NEUNUNDDREISSIGNEUNZIG | 39.90

Octave, Kreativer bei einer noblen Pariser Werbeagentur, hat die Schnauze so voll, dass ihm davon schlecht wird. Da Koks, Luxus und schöne Frauen nur vorübergehend ihre schmerzstillende Wirkung entfalten können, gibt es für ihn nur eine Möglichkeit: Aussteigen, aber bitte über dem Sicherheitsnetz. Octave ist, wie er selbst zugibt, feige und bringt es nicht über sich, zu kündigen, da der bloße Anblick eines Clochards ihm Schauer über den Rücken jagt. Nein, Octave träumt von der Arbeitslosenversicherung und so setzt er alles daran, von seiner Agentur gekündigt zu werden.

NEUNUNDDREISSIGNEUNZIG, nach dem Erfolgsroman des französischen Autors Frédéric Beigbeder, ist die DRAMATEN Eröffnungsinszenierung und erlebte seine Premiere am Societaetstheater Dresden am 18. September 2008.

Das Anliegen der DRAMATEN Crew erschöpft sich nicht darin, die Geschichte des Protagonisten auf die Bühne zu bringen, sondern die Reflexe sicht- und fühlbar zu machen, die vom Thema ausgehen und an unsere Lebenswirklichkeit rühren.

Wir zertrümmern das Stück und zerschneiden den roten Faden, dessen Überreste sich mit den Erfahrungswelten des einzelnen Zuschauers zu neuen Mustern weben.

Die Inszenierung versteht sich als Sekundärliteratur zum Buch, als Kommentar zum Film. Auf der Bühne wechseln Momentaufnahmen einander ab, atemlos ziehen sie vorüber – wie Splitter eines Spiegels, in die Octaves und letztendlich auch unser Leben zersprungen sind. Auf ihrem Grund wird der abwesende Held sichtbar und verkündet seine lakonische Botschaft: Alles ist vorläufig. Alles ist käuflich. Der Mensch ist eine Ware wie jede andere.

Premiere am 18.09.2008, Societaetstheater Dresden

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Galerie

Fotos: © Max Messer

Pressestimmen

DRESDNER Kulturmagazin 11/2008

SAX Kulturmagazin 10/2008