URAUFFÜHRUNG
Musik: Karsten Gundermann
Libretto: Lutz Graf
Wir wissen alles über Sie. Wir kennen Sie. Wir finden Sie. Sie können Sich nicht verstecken. Wir kommen an Ihr Bett, in Ihr Büro. Wir werden angelockt von Ihrer Schuld. Sie ist ein Geruch, der Ihnen anhaftet, Sie schwitzen Sie aus jeder Pore Ihres Körpers.
Wir machen Ihnen den Prozess. Einen Prozess verlieren heißt, gestrichen zu werden. Sie wissen, was das bedeutet. Also seien Sie auf der Hut. Befragen Sie Ihr Gewissen. Wer kann von sich selbst sagen, er sei frei von Schuld? Leugnen Sie nicht, gestehen Sie.
Sie wollen Sich verteidigen? Sie wollen Sich wehren?
Bedenken Sie: In Ketten zu liegen ist manchmal sicherer, als frei zu sein.
Unterstützt von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank.
Team
Regie: Volker Metzler
Co-Regie: Heiki Ikkola
Musikalische Leitung: Peter Fanger
Musik: Karsten Gundermann
Libretto: Lutz Graf
Raum & Kostüme: Grit Dora von Zeschau
Dramaturgie: Franziska Fuhlrott, Sebastian Schulze Jolles
Choreografie: Katja Erfurth
Performance: Wolfgang Boos, Erik Brünner, Kathleen Gaube, Heiki Ikkola, Sabine Köhler, Marsha Zimmermann, Constanze Burger, Tobias Diekmann, Denise Dröge, Jasper Hanebuth, michael.hecht, David Hein, Almut Koch, Astrid Köhler, Christina Kraft, Heidi Lempke, nancy.mattstedt, Jürgen Petereit, Andreas Preuß, Birgit Schneider, kristin.tennstaedt, Constanze Uhlig, Franziska Weber
Produktionsleitung: Juliane Kluge
Assistenz: Barbara Frey
Hospitanz: Jenny Weber
Technik: Bernd Krakowsky
Diese Produktion wurde realisiert mit Fördermitteln der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Galerie
Fotos: © Max Messer
Pressestimmen
“Im Schnee der Bleistifte … Die Dramaten-Spieler geben wieder alles, ihr körperliches Spiel beeindruckt. Regisseur Volker Metzler sprudelt vor Ideen …”
(Sächsische Zeitung)
“Volker Metzler tat als Regisseur das, was seine Stärke ist: Leute um sich versammeln und deren kreative Kräfte bündeln.”
(Dresdner Neueste Nachrichten)
“Kollektiver Kunstkörper. … Die Theatergruppe Dramaten spielt in der Inszenierung Volker Metzlers mit Anspruch und Erwartungen, preßt den Besucher unweigerlich in die Rolle des Beklagten. Sich entziehen, fällt schwer. …Die Schauspieler entlassen den Beobachter angemessen verstört in die Nacht. Er hat ein gutes Stück gesehen. Und fühlt sich Josef K. sehr nah.”
(ad rem)
“…Sie schütten sich eimerweise Bleistifte über den Kopf und winden sich in Krämpfen. Das war´s im Prinzip. “
(dresdner kulturmagazin)
“K. spricht mit vielen Stimmen und hat doch nur eine, steckt fest in einem Riesenkörper, bestehend aus vielen beweglichen Körpern. Die Stimmen und Körper gehören 25 Schauspielerinnen und Schauspielern, die die Geschichte von Joseph K. in rhythmisch aufgelösten Sprachblöcken und in zu eindrücklichen Bildern geformten Haltungen dieser Menschenmasse erzählen.”
(die deutsche bühne)
“Eine wahrhaft kafkaeske Orgie, auf mehr als zehntausend Bürobleistiften dahinschlitternd, die die Auslieferung an einen Apparat und dessen Türhüter zelebriert. Unwillkürlich ist man mit dem Kopf ein paar hundert Meter weiter bei denen, die als Bahnbrecher im Paragraphen-Dschungel satt verdienen. – Was für ein produktiver Kontrast von Ambiente und Animation, von draußen und drinnen!”
(Theater der Zeit)
“Auch in der dritten DRAMATEN-Produktion erleben wir einen recht sparsamen Umgang mit Sprache, während die Darsteller im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun haben mit der Umsetzung der von Katja Erfurth klug erdachten Körpersprache und den verschlungenen, vollen Einsatz verlangenden Bewegungsabläufen. Ein konzentriert zu Werke gehendes Ensemble setzt all die Ideen und Metaphern des Regisseurs überzeugend um und völlig zu Recht gibt es vom Premierenpublikum lebhaften Beifall für alle.”
(www.theaternarr.de)
“Als weitere Uraufführung kam eine Bearbeitung von Kafkas düstrem Romanfragment Der Prozess heraus, wofür sich die Dramaten vermehrt hatten um die wackeren Performance-Künstler Heiki Ikkola und Sabine Köhler sowie ein Dutzend anderer Darsteller … Das persönliche Schicksal des Helden wurde aufgesplittet in vereinzelte Stimmen und chorische Geräusche (beeindruckend die Bewältigung des Sprechgesangs in der gut 40-minütigen, vorangestellten Kantate nach Kafka vom Komponisten Karsten Gundermann) und in unabhängig vom Stoff gültige Szenen im zweiten Teil mit existenziellem Körpertheater, expressivem Monolog und verzweifelt-fröhlichem Liederfinale. Trotz des ernsten Themas war die Inszenierung auf merkwürdige Weise unterhaltsam, wenn man sich denn als Zuschauer die Freiheit nahm, den Kafka beiseitezuschieben und den Dramaten auf dem Weg einer individuellen Annäherung zu folgen.”








