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Beschreibung

Die erste Inszenierung der Herbstwerkstatt

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Artikel 1 zu 5 ansehen (42 Artikel gesamt)  
  • Der Satz ”Bitte rennt mir doch die Mauern ein, damit ich ihn wiederfinde, meinen Zorn” war gerade irgendwie in meinem Kopf, nachdem ich was gelesen hatte …. spontane lust darauf, damit noch was szenisches zu proben am montag oder dienstag, vielleicht hat ja jemand lust dazu?! kann man aus verschiedenen perspektiven betrachten – die momentan für mich interessante wäre der aspekt, der menschen dazu berechtigte, einander zu verletzen, was ”man ja eigentlich nicht darf” und auch nicht will … vielleicht ne blöde idee, aber jetzt, am 02.10.2009 um 16.20uhr gerade interessant für mich … das entpsychologisieren des umstandes. vielleicht kippt es ja sogar ins witzige oder irrsinnig poetische …das wär natürlich toll, aber sollte auch nicht ziel sein. würd ich gern noch im rahmen des großen überthemas szenisch ausprobieren. Liebe grüße und ein schönes wochenende!

  • Da ist er wieder: Der Zorn!
    http://www.youtube.com/watch?v=gZ2b99jxKW4&translated=1

  • da lese ich in einem buch (allice miller-das verbrannte wissen) und was finde ich da? schaut selbst:

    ”der zorn auf die eltern bleibt unverändert, solange man ihn nicht fühlen kann, weil man sich vor diesem zorn fürchtet, sich dafür beschuldigt und angst vor der rache der eltern hat. ist diese einmal mit allen begleitumständen erlebt und sind die verknüpfungen verstanden worden, ist man nicht mehr länger bereit, sich für etwas schuldig zu fühlen, was andere getan haben. diese befreiung reduziert den hass.”

  • Wer sich dafür interessiert, wie Zorn auf das Jobcenter entstehen kann, sollte bei youtube
    HARTZ 4 ARGE GESTAPO UMTRIEBE eingeben. Zusehen sein wird ein Bericht aus der Sendung panorama. Ich kann es nur sehr empfehlen. Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht raus!!

  • Projekt: ”Softskill” – Der Stuttgarter Theatermacher Ulf Aminde hinterfragt mit Schiller das System der ARGE

    Das Jobcenter als moralische Anstalt

    Von unserem Mitarbeiter Dennis Baranski

    Bedrückend ist die Stimmung in der ARGE Mannheim: Aus dem Großraumbüro quillt die getragene Kakophonie von Rassel, Geige und Tamburin. Mit seiner Installation ”Softskill – Das Jobcenter als moralische Anstalt betrachtet” gewährt Ulf Aminde tiefe Einblicke in die emotionalen Szenarien der staatlichen Hoffnungsanstalt.

    Überall sitzen, stehen und wandern Maskierte – träge und gebrochen harren die so Entindividualisierten, seien es Hilfesuchende oder Mitarbeiter, ihrem Schicksal. Dazwischen pendelt eine Gruppe erfolglos von einem Schreibtisch zum nächsten. Endlos werden die Abläufe durchexerziert doch keine Wendung vermag sich abzuzeichnen. Über drei Stockwerke erstreckt Aminde seine Partituren der Verzweiflung und lässt den Betrachter allein mit dem Originalschauplatz. Gehe ich nun erst nach oben? Oder führt mich mein Weg doch direkt in den Keller?

    Von Pontius bis Pilatus

    Aus den Büros dringen Streitgespräche und Gesuche auf den Flur, die ohne Gehör zu finden in einem kafkaesken System für immer versanden, während sich im Keller Jugendliche auf einer Videowand den Zorn über ihre Perspektivlosigkeit von der Seele schreien – die oberen Stockwerke werden ihnen wohl verwehrt bleiben. Die Gesichtslosen musizieren immer schneller, auch die von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter wandernde Menge erhöht ihr Tempo. Von Pontius über Pilatus führt ihr Weg zurück in den Wartebereich, wo, angeheizt von der zum Exodus beschleunigten Geräuschkulisse, der Knoten platzt: ”Gibt es keinen Ort, wo ich mal nicht präsentiert werde?” Doch das Schreien der Anonymen wird schlicht überhört – das Spiel beginnt von neuem.

    Empfindsam zeichnet Aminde den Leidensweg der vom Arbeitsmarkt Stigmatisierten zwischen Hoffnung und Desinteresse nach. Zusammen mit Mannheimer Erwerbslosen und Mitarbeitern der Agentur entsteht so eine ergreifende Darbietung. Ein großartiger, bedrückend unstatistischer Forschungsbericht vom Rande der Gesellschaft über einen für Menschen geschaffenen Apparat, der selbige längst aus den Augen verloren hat.

    Mannheimer Morgen 23. Juni 2009