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Gruppe des Dramaturgie-Seminars

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Artikel 1 zu 5 ansehen (10 Artikel gesamt)  
  • Hier ein kleines parodistisches Fundstück:

    1.
    Hört zu ihr Junggesellen
    Und ihr Jungfräulein zart
    Damit ihr nicht zur Höllen
    Aus lauter Liebe fahrt.

    2.
    Die Liebe, traute Kinder!
    Bringt hier auf dieser Welt
    Den Heil‘gen wie den Sünder
    Um Leben Gut und Geld.

    3.
    Ich sing euch von dem Mörder,
    Der sich selbst hat entleibt
    Er hies: der junge Werther
    Wie Doctor Göthe schreibt.

    4.
    So witzig, so verständig
    So zärtlich als wie er
    Im Lieben so beständig
    War noch kein Sekretair.

    5.
    Ein Pfeil vom Liebesgotte
    Fuhr ihm durchs Herz geschwind
    Ein Mädchen, sie hies Lotte
    War eines Amtmanns Kind.

    6.
    Die stand als Vice-Mutter
    Geschwistern treulich vor
    Und schmierte Brod mit Butter
    Dem Fritz und Theodor.

    7.
    Dem Liesgen und dem Kätgen
    So traf sie Werther an
    Und liebte gleich das Mädgen
    Als wär‘s ihm angethan.

    8.
    Wie in der Kinder Mitte
    Sie da mit munterm Scherz
    Die Butterahmen schnitte –
    Da raubt‘ sie ihm das Herz.

    9.
    Er sah, beklebt mit Rotze
    Ein feines Brüderlein
    Und küßt‘ dem Rotz zum Trotze
    An ihm, die Schwester sein.

    10.
    Fuhr aus, mit ihr zu tanzen
    Wohl eine ganze Nacht
    Schnit Menuets der Franzen
    Und walzte, daß es kracht‘

    11.
    Sein Freund kam angestochen
    Blies ihm ins Ohr hinein
    Das Mädgen ist versprochen
    Und wird den Albert freyn.

    12.
    Da wollt‘ er fast vergehen
    Spart‘ weder Wunsch noch Fluch
    Wie alles schön zu sehen
    In Doktor Göthes Buch

    13.
    Kühn gieng er, zu verspotten
    Geschick und seinen Herrn
    Fast täglich nun zu Lotten,
    Und Lotte sah ihn gern.

    14.
    Er bracht den lieben Kindern
    Lebkuchen, Marcipan
    Doch alles konnt‘s nicht hindern,
    Der Albert wurd ihr Mann

    15.
    Des Werthers Angstgewinsel
    Ob diesem schlimmen Streich
    Mahlt Doktor Göthes Pinsel
    Und keiner thut‘s ihm gleich.

    16.
    Doch wollt er noch nicht wanken
    Und stets bey Lotten seyn,
    Dem Albert macht‘s Gedanken
    Ihm traumte von Geweyhn.

    17.
    Herr Albert schaute bitter
    Auf die Frau Albertin –
    Da bat sie ihren Ritter
    „Schlag mich dir aus dem Sinn.

    18.
    Geh fort zieh in die Fremde
    Es giebt der Mädchen mehr –”
    Er schwur beym letzten Hemde
    Daß sie die einz‘ge wär.

    19.
    Als Albert einst verreiste
    Sprach Lotte „bleib von mir”
    Doch Werther flog ganz dreiste
    In Alberts Haus zu ihr.

    20.
    Da schickte sie nach Frauen
    Und leider keine kam, –
    Nun hört mit Furcht und Grauen
    Welch Ende alles nahm.

    21.
    Der Werther las der Lotte
    Aus einem Buche lang
    Was einst ein alter Schotte
    Vor tausend Jahren sang.

    22.
    Es war gar herzbeweglich
    Er fiel auf seine Knie
    Und Lottens Auge kläglich
    Belohnt ihm seine Müh.

    23.
    Sie strich mit ihrer Nase
    Vorbey an Werthers Mund,
    Sprang auf als wie ein Hase
    Und heulte wie ein Hund.

    24.
    Lief in die nahe Kammer
    Verriegelte die Thür
    Und rief mit großem Jammer:
    „Ach Werther geh von mir!”

    25.
    Der Arme muste weichen
    Alberten dem‘s verdroß
    Konnt‘s Lotte nicht verschweigen,
    Da war der Teufel los.

    26.
    Kein Werther konnt sie schützen
    Der suchte Trost und Muth
    Auf hoher Felsen Spitzen
    Und kam um seinen Hut.

    27.
    Zuletzt lies er Pistolen
    Im Fall es nöthig wär
    Vom Schwager Albert holen
    Und Lotte gab sie her.

    28.
    Weil‘s Albert so wollt haben,
    Nahm sie sie von der Wand
    Und gab sie selbst dem Knaben
    Mit Zittern in die Hand.

    29.
    Nun konnt er sich mit Ehre
    Nicht aus dem Handel ziehn
    Ach Lotte! die Gewehre
    Warum gabst du sie hin?

    30.
    Alberten recht zum Possen
    Und Lorten zum Verdruß
    Fand man ihn früh erschossen –
    Im Haupte stack der Schuß.

    31.
    Es lag und das war‘s beste
    Auf seinem Tisch ein Buch
    Gelb war des Todten Veste
    Und blau sein Rock, von Tuch.

    32.
    Als man ihn hingetragen
    Zur Ruh bis jenen Tag
    Begleit‘n ihn kein Kragen
    Und auch kein Ueberschlag

    33.
    Man grub ihn nicht in Tempel
    Man brennte ihm kein Licht
    Mensch nimm dir ein Exempel
    An dieser Mordgeschicht!

    Die Form ist die der Ballade ”Ein König in Thule”

    Es war ein König in Thule
    Gar treu bis an das Grab,
    Dem sterbend seine Buhle
    Einen goldnen Becher gab.

    Es ging ihm nichts darüber,
    Er leert‘ ihn jeden Schmaus;
    Die Augen gingen ihm über,
    So oft er trank daraus.

    Und als er kam zu sterben,
    Zählt‘ er seine Städt‘ im Reich,
    Gönnt‘ alles seinem Erben,
    Den Becher nicht zugleich.

    Er saß beim Königsmahle,
    Die Ritter um ihn her,
    Auf hohem Vätersaale,
    Dort auf dem Schloß am Meer.

    Dort stand der alte Zecher,
    Trank letzte Lebensglut,
    Und warf den heiligen Becher
    Hinunter in die Flut.

    Er sah ihn stürzen, trinken
    Und sinken tief ins Meer,
    Die Augen täten ihm sinken,
    Trank nie einen Tropfen mehr.

    Quelle: http://www.erlangerliste.de/vorlesung/parodie_0.html

  • Dramaturgische Gesellschaft:

    Nächster Termin: FORUM DISKURS DRAMATURGIE – STADT UND MIGRATION
    14. und 15. November 2009, ab 11 Uhr
    BALLHAUS NAUNYSTRASSE, Berlin
    Die globalisierten Städte unserer Zeit sind geprägt durch Migration. Zum einen hat die Internationalisierung der Arbeitsmärkte zur Folge, dass immer mehr Menschen weltweit unterwegs sind und viele ihren Lebensmittelpunkt in für sie fremde Länder verlagern. Zum anderen sind in den Städten postmigrantische Räume entstanden, die nicht selten mit Stigmata belegt werden: Ihnen wird Kriminalität, religiöser Fundamentalismus und Gewalt zugeschrieben, weshalb seitens der Politik „Integration“ gefordert wird.
    Im Rahmen des Festivals „Beyond Belonging“ wird das Forum Texte und Projekte der Darstellenden Kunst besprechen, die sich jenseits der Inszenierung von „Fremdheit“ mit postmigrantischen Räumen, durch Migration geprägte Stadteile und ihren Bewohnern beschäftigen.

    Das Forum Diskurs Dramaturgie ist eine Initiative aus der Dramaturgischen Gesellschaft und versteht sich als interdisziplinäre, offene Arbeitsgruppe.

    Seit 2008 bringt es verschiedene Akteure der Darstellenden Kunst in einen Dialog über gesellschafts- und theaterrelevante Themen. Kuratiert von Natalie Driemeyer und Jan Deck.

    Gäste sind unter anderem: Shermin Langhoff (Künstlerische Leiterin Ballhaus Naunynstraße), Nurkan Erpulat (inszenierte SCHATTENSTIMMEN von Senkel / Zaimoğlu), Dr. Stephan Lanz (Stadtforscher), Lukas Matthaei (Matthaei & Konsorten), Çağla İlk, Doris Kleilein & Michael Ronen (DIE GROSSE GELD ODER LEBEN TOUR).

    Die Teilnahme ausschließlich an diesem Forum ist möglich. Der Eintritt ist frei.

    Anmeldungen bitte bis zum 10. November unter: diskurs-dramaturgie@web.de
    Weitere Infos: http://www.ballhausnaunynstrasse.de

    (wer mit möchte, ich geh hin :) )

  • Liebe Kolleginnen, wie ist das nun morgen, werden wir die Proben zu ”Unter der Gürtellinie” besuchen, was bereitet ihr vor? Stück lesen, schätz ich mal… Freue mich über Austausch…

  • Hallo Dramaturginnen,

    ich vergaß, euch noch eine Nachricht von Dietrich Kunze zu übermitteln. Er meinte zwar, ihr habt das schon besprochen….wollte es aber noch mal betonen: Also denkt bitte bis zum nächsten Seminar über folgende Frage nach:
    WARUM SOLLTE MAN ”ROMEO UND JULIA” HEUTE ÜBERHAUPT NOCH INSZENIEREN?

    Na dann viel Spaß…
    Liebe Grüße, Nicole

  • Liebe Veronika, meinerseits sehr gerne… :)